Hallo ihr Lieben!
Hier, wie versprochen, weitere Bilder aus der Giacometti-Ausstellung in Zürich.
Wie gesagt, Giacometti war Bildhauer und Maler, vor allem hat er sich mit dem Sehen und dem Blick als solchen befasst. Aber auch Nähe und Distanz spielen eine Rolle, wie man den folgenden beiden Skulpturen sehen kann.
Figuren auf Podesten, winzig klein und mehr als Mensch zu erahnen denn zu erkennen sind ein typisches Motiv im Schaffen Giacomettis.
Eine mögliche Assoziation ist die, dass Menschen in der Erinnerung "auf ein Podest" gestellt werden, dabei aber im Laufe der Zeit immer mehr an Kontur verlieren, gerade, wenn man nicht regelmäig in Kontakt miteinander steht.
Am Ende fragt man sich nur noch, wer diese Person eigentlich ist, die man so gut zu kennen glaubte... und die einem doch irgendwie entgleitet, trotz der doch an und für sich so zuverlässigen Erinnerung an sie.
Damit wird nicht nur der Blick nach aussen, in die Welt und auf die Menschen, bedeutsam. Auch der Blick in uns selbst und auf die Spiegelbilder der Wirklichkeit in uns wird thematisiert.
Diese relativ großen Skulpturen sind in der Spätphase seines Schaffens entstanden. Den Angaben in der Ausstellung zu Folge zeigen sie, dass Giacometti mehr oder weniger seine Ruhe gefunden hat, nachdem ihn seine Kunst doch in arge Seelennöte gebracht hatte.
Das ist vor dem Hintergrund einiger seiner verstörenderen Werke auch ziemlich nachvollziehbar. Manch anderes Werk wirkt allerdings gespenstisch oder zumindet ziemlich beunruhigend.
Die Haltung der Figuren ist wirklich entspannt, der Blick geht entrückt in die Ferne. Ohne Angst, Stress, Anspannung... wirklich ruhig und wissend. Irgendwie sind diese Skulpturen richtiggehend beruhigend, trotz ihrer wuchtigen Fertigung und Größe.
Wer weiß, vielleicht wirke ich ja auch bald so, wenn ich nur genug Zeit in Japan verbringe...?
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Samstag, 28. Mai 2011
Giacometti II
Mittwoch, 18. Mai 2011
Giacometti
Liebe Freunde,
ich habe es schon lange versprochen, heute früh mache ich es wahr!
Im April war ich mit einem Freund in einer Ausstellung, die dem schweizer Maler und Bildhauer Alberto Giacometti gewidmet war. Sein Thema war vor allem der Blick, das Sehen und das Gesehen werden in und durch die Kunst. Dabei war er zum Teil vom Impressionismus und Kubismus beeinflusst, entwickelte aber seine eigene Formsprache, die sich vor allem in langgezogenen Personenskulptururen und zum Teil extremen Miniaturen ausdrückt. Ganz grob gesagt. Und er ist auf der 100-CHF-Banknote abgebildet.
Diese Skulptur ist gewissermaßen der Kulminationspunkt in Giacomettis kubistischer Phase. Er selbst behauptete, es solle einen Kopf darstellen, was insofern gut passt, als er wirklich viele Büsten und Kopf-Plastiken gemacht hat.
Allerdings ist er hier bereits so tief in der Formensprache des Kubismus eingetaucht, dass das Gegenständliche kaum noch erkennbar ist. Trotzdem: Diese Bronzeskulptur ist von einer interessanten Schönheit, die sich auch mir nicht wirklich erklärt hat.
Diese Figuren sind wirklich sehr berühmt. Den Stil hat bestimmt jeder von euch irgendwo schon einmal gesehen, auch wenn die konkrete Skulptur euch vielleicht unbekannt ist. Giacometti hat viele Bilder und Platiken solcher verzerrter Gestalten gemacht. Damit reflektiert er Phänomene von Nähe und Distanz.
Aus der Nähe wirken diese Figuren überlebensgroß, beinahe beängstigend und gespenstisch. Aus der Distanz jedoch werden sie klein, die Details sind nicht mehr zu erkennen und sie wirken endlos weit weg. Wie Schatten ihrer selbst.
Auch dieses Objekt, das aus einer ganzen Serie von Miniaturen auf Sockeln besteht, hat mich fasziniert. Einerseits steht da ein Mensch auf einem Podest, wie eine Statue oder metaphorisch überhöht im Denken und Wahrnehmen der anderen.
Andererseits sind die Konturen kaum zu erkennen, eine Person zu identifizieren ist völlig unmöglich. Ist diese Person "groß" im realen oder übertragenen Sinne? Oder ist sie eine schwindende Erinnerung an einen geliebten Menschen, schon halb verblasst, auch wenn wir glauben, uns noch gut zu erinnern?
Es gibt noch ein paar mehr Bilder, die ich euch nicht vorenthalten möchte... zusammen mit meinem laienhaften Versuch, das, was ihr seht, ein wenig künstlerisch einzuordnen. Leider ruft die Arbeit, aber ich werde mich morgen früh wieder der Kunst, Giacometti und auch euch zuwenden!
ich habe es schon lange versprochen, heute früh mache ich es wahr!
Im April war ich mit einem Freund in einer Ausstellung, die dem schweizer Maler und Bildhauer Alberto Giacometti gewidmet war. Sein Thema war vor allem der Blick, das Sehen und das Gesehen werden in und durch die Kunst. Dabei war er zum Teil vom Impressionismus und Kubismus beeinflusst, entwickelte aber seine eigene Formsprache, die sich vor allem in langgezogenen Personenskulptururen und zum Teil extremen Miniaturen ausdrückt. Ganz grob gesagt. Und er ist auf der 100-CHF-Banknote abgebildet.
Diese Skulptur ist gewissermaßen der Kulminationspunkt in Giacomettis kubistischer Phase. Er selbst behauptete, es solle einen Kopf darstellen, was insofern gut passt, als er wirklich viele Büsten und Kopf-Plastiken gemacht hat.
Allerdings ist er hier bereits so tief in der Formensprache des Kubismus eingetaucht, dass das Gegenständliche kaum noch erkennbar ist. Trotzdem: Diese Bronzeskulptur ist von einer interessanten Schönheit, die sich auch mir nicht wirklich erklärt hat.
Diese Figuren sind wirklich sehr berühmt. Den Stil hat bestimmt jeder von euch irgendwo schon einmal gesehen, auch wenn die konkrete Skulptur euch vielleicht unbekannt ist. Giacometti hat viele Bilder und Platiken solcher verzerrter Gestalten gemacht. Damit reflektiert er Phänomene von Nähe und Distanz.
Aus der Nähe wirken diese Figuren überlebensgroß, beinahe beängstigend und gespenstisch. Aus der Distanz jedoch werden sie klein, die Details sind nicht mehr zu erkennen und sie wirken endlos weit weg. Wie Schatten ihrer selbst.
Auch dieses Objekt, das aus einer ganzen Serie von Miniaturen auf Sockeln besteht, hat mich fasziniert. Einerseits steht da ein Mensch auf einem Podest, wie eine Statue oder metaphorisch überhöht im Denken und Wahrnehmen der anderen.
Andererseits sind die Konturen kaum zu erkennen, eine Person zu identifizieren ist völlig unmöglich. Ist diese Person "groß" im realen oder übertragenen Sinne? Oder ist sie eine schwindende Erinnerung an einen geliebten Menschen, schon halb verblasst, auch wenn wir glauben, uns noch gut zu erinnern?
Es gibt noch ein paar mehr Bilder, die ich euch nicht vorenthalten möchte... zusammen mit meinem laienhaften Versuch, das, was ihr seht, ein wenig künstlerisch einzuordnen. Leider ruft die Arbeit, aber ich werde mich morgen früh wieder der Kunst, Giacometti und auch euch zuwenden!
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