Hallo ihr!
Tja, es wird ernst. Wie oft habe ich das in den letzten Wochen schon geschrieben? Und doch wird es immer greifbarer und unmittelbarer.
Seit Donnerstag habe ich frei. Mein Arbeitsvertrag an der Uni ist abgelaufen, ausserdem war am Donnerstag auch hier Feiertag.
In dieser Zeit habe ich viel gepackt, aufgeräumt und umgeräumt. Die Wohnung ist nicht mehr wiederzuerkennen, es ist fast alles im Keller.
Mein Leben in Dingen, auf 4 m², sozusagen. Fast könnte man es als Kunstinstallation betrachten. Man kann mein ganzes Leben in einen kleinen Transporter packen und mich umtopfen. Immer noch.
Einerseits ist das komisch, weil es sich so anfühlt, als wäre mein Leben hier in Zürich eben doch noch nicht so etabliert und gefestigt, wie ich dachte. Andererseits ist es schön, weil ich mich irgendwie unbelastet von meinem Besitz fühle und doch alles habe, was ich mir wünsche.
Gerade geht die Sonne langsam unter nach einem schwül-heißen Tag. Auch am Abend und in der Nacht wird es wohl keinen Regen geben, auch wenn es der Landschaft und den Menschen gut täte. Und mir auch. Ich würde gerne einfach dem Regen zuhören und an garnichts denken.
Die vielen Dinge, die zu erledigen sind, sind wie tausend bunte, lose Fäden in meinem Kopf. Langsam wird ein festes Knäuel draus, ein Ball, mit klarer Kontur. Das Gefühl, "fertig" zu sein mit den Vorbereitungen, reift langsam.
Trotzdem bin ich immer wieder beinahe manisch. Tausend Ideen, eine Menge Energie, tausend Dinge, die noch gemacht werden könnten oder sollten, alles geht kreuz und quer durcheinander und egal, was man gerade macht: Eigentlich sollte man etwas anderes, wichtigeres, jetzt sofort erledigen.
Ruhe finde ich nur, wenn ich Ordnung schaffe. Dinge in den Keller räume. Putze. Ein Bier trinke. Das tue ich auch gerade, es ist mein letztes aus dem Kühlschrank. Den muss ich leer essen bis Donnerstag, ich arbeite bereits hart daran. Wieder ein buter Faden.
Wenn ich erst einmal in Deutschland bin, wird es einfacher. Dann habe ich bereits alles bei mir, was mich auch nach Japan begleiten wird, und außer dem Visum muss ich mich um nichts mehr kümmern. Wenn es so bleibt wie es jetzt aussieht, reise ich mit leichtem Gepäck: Eine Reisetasche, ein Rucksack, meine Niki.
Beim letzten Mal habe ich mehr mitgenommen, dieses Mal ist alles noch schlanker.
Ich freue mich auf euch, in der alten Heimat, und wir werden uns noch die eine oder andere Nacht um die Ohren hauen, bevor ich weg bin. Versprochen!
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Samstag, 4. Juni 2011
Montag, 30. Mai 2011
Langsam wirds ernst...
Guten Morgen ihr Lieben!
Ja, langsam wird es ernst. Noch zwei Wochen, bis ich nach Deutschland komme, noch vier Wochen, bis ich abfliege. Wenn ich mir das so vor Augen führe, wird mir schon ein wenig flatterig im Magen. Die Aufbruchstimmung kommt so langsam...
Mein Job an der Uni ist leider letzte Woche ausgelaufen, den Vertrag musste ich auch nicht kündigen, weil der von Anfang an auf Ende Mai befristet war. Die Kündigung im Reisebüro ist unterschrieben und wird Ende Juni gültig. Ab dem 10. Juni habe ich Urlaub, mein gesamter Jahresurlaub am Stück.
Ich freue mich schon sehr auf euch alle, wir haben uns lange nicht mehr gesehen. Seit Februar war ich nicht mehr "Zuhause". Mittlerweile muss ich das in Anführungszeichen setzen. Mit jedem Tag fühle ich mich wohler in Zürich, und es ist erstaunlich, wie schwer es mir fällt, von hier wegzugehen.
Heute kann ich mich auch nicht mehr darauf berufen, dass ich ja gerade erst eingezogen bin. Sicher, ich wohne erst ein halbes Jahr hier in Oerlikon, aber dieses Argument käme mir selbst irgendwie unglaubwürdig vor. Ja, ich habe hier Fuß gefasst. Noch keine Wurzeln geschlagen, sonst wäre da mehr Wehmut in meinen Gefühlen bezüglich Japan. Genaugenommen stehe ich mit einem Fuß in Zürich, mit dem anderen in Tokio*.
Und Deutschland? Vielleicht ist da noch mein Herz. Aber auch nicht mehr alles davon, soviel ist sicher...
In jedem Fall bin ich sehr glücklich, dass ich nicht nur die Kommunion von unserer kleinen Cousine, sondern auch den Abiball mitnehmen kann. Ja, zehn Jahre ist es schon her, dass ich mich durch die Prüfungen gekämpft habe. Kaum zu glauben, eine ganze Dekade ist das schon her.
So viele Freunde, die ich treffen möchte, so viele Abschiede... wer mich kennt, weiß, wie sehr ich Abschiede hasse. Auch wenn sie nur für kurze Zeit sind.
Aber jetzt freuen wir uns erst einmal aufs Wiedersehen!!
*Natürlich stehe ich nicht mit beiden Füssen in Zürich. Danke an Sarah, die mich darauf hingewiesen hat... ob es sich dabei um eine Freudsche Fehlleistung handelt...?
Ja, langsam wird es ernst. Noch zwei Wochen, bis ich nach Deutschland komme, noch vier Wochen, bis ich abfliege. Wenn ich mir das so vor Augen führe, wird mir schon ein wenig flatterig im Magen. Die Aufbruchstimmung kommt so langsam...
Mein Job an der Uni ist leider letzte Woche ausgelaufen, den Vertrag musste ich auch nicht kündigen, weil der von Anfang an auf Ende Mai befristet war. Die Kündigung im Reisebüro ist unterschrieben und wird Ende Juni gültig. Ab dem 10. Juni habe ich Urlaub, mein gesamter Jahresurlaub am Stück.
Ich freue mich schon sehr auf euch alle, wir haben uns lange nicht mehr gesehen. Seit Februar war ich nicht mehr "Zuhause". Mittlerweile muss ich das in Anführungszeichen setzen. Mit jedem Tag fühle ich mich wohler in Zürich, und es ist erstaunlich, wie schwer es mir fällt, von hier wegzugehen.
Heute kann ich mich auch nicht mehr darauf berufen, dass ich ja gerade erst eingezogen bin. Sicher, ich wohne erst ein halbes Jahr hier in Oerlikon, aber dieses Argument käme mir selbst irgendwie unglaubwürdig vor. Ja, ich habe hier Fuß gefasst. Noch keine Wurzeln geschlagen, sonst wäre da mehr Wehmut in meinen Gefühlen bezüglich Japan. Genaugenommen stehe ich mit einem Fuß in Zürich, mit dem anderen in Tokio*.
Und Deutschland? Vielleicht ist da noch mein Herz. Aber auch nicht mehr alles davon, soviel ist sicher...
In jedem Fall bin ich sehr glücklich, dass ich nicht nur die Kommunion von unserer kleinen Cousine, sondern auch den Abiball mitnehmen kann. Ja, zehn Jahre ist es schon her, dass ich mich durch die Prüfungen gekämpft habe. Kaum zu glauben, eine ganze Dekade ist das schon her.
So viele Freunde, die ich treffen möchte, so viele Abschiede... wer mich kennt, weiß, wie sehr ich Abschiede hasse. Auch wenn sie nur für kurze Zeit sind.
Aber jetzt freuen wir uns erst einmal aufs Wiedersehen!!
*Natürlich stehe ich nicht mit beiden Füssen in Zürich. Danke an Sarah, die mich darauf hingewiesen hat... ob es sich dabei um eine Freudsche Fehlleistung handelt...?
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