Tja ihr Lieben...
Heute war ich bei einem Vortrag an der Uni zum Thema Fukushima.
Die gute Nachricht zuerst: Die meisten Notfallsysteme im AKW haben das Erdbeben überstanden und die erste Stunde oder so nach dem Erdbeben lief alles nach Plan.
Leider hat der Tsunami dann mit einem Schlag wirklich restlos alles an Sicherheitssystemen weggeputzt, was es gab. Also sämtliche Dieselgeneratoren, die die Notfallpumpen mit Strom versorgt haben, alles, was noch an Zusatzpumpen und automatischen Kühlsystemen da war, komplett verschlammt, abgesoffen, weggeschwemmt. Sogar ein Treibstofftank wurde weggerissen, ohne Diesel laufen auch die Generatoren nicht mehr.
Das Schlimmste daran, vielleicht: So, wie der Ingenieur das alles erklärte, klingt das alles wirklich beherrschbar. Man braucht nur ein bisschen mehr hier, ein bisschen mehr da einzurechnen, und dann ist alles klar.
Leider konnte auch der wirklich sachliche Ingenieur so ein paar Fragen nicht beantworten. Wieviel radioaktives Material ist noch übrig? Wie sieht es in den Kernen aus? Was wird aus den Abklingbecken?
Wieviel Radioaktivität überhaupt in der Nahrungskette landen wird, wird sich in den nächsten Tagen/Wochen/Monaten zeigen...
Ok, so weit, so vertraut.
Im Wesentlichen war der Tenor der, dass selbst die verstrahlten Lebensmittel, sollten sie NICHT aus dem Handel gezogen werden, höchstens gesamtgesellschaftlich zu einem Problem werden. Das indivuelle Krebsrisiko steige ja nur um maximal ein, zwei Prozent, was ja erst bei Größenordnunge von mehreren Millionen Menschen zum Problem wird. Weil die Gesundheitskosten explodieren.
Technokratischer gehts nicht.
Welche Aussagekraft eine Statistik wie "Das allgemeine Krebsrisiko liegt bei 25 Prozent, dann sind es eben 26 Prozent" haben kann, lasse ich mal unkommentiert.
Mit anderen Worten: Ob und wenn ja wie sehr die Lebensmittel in Japan belastet sind bzw. sein werden und was sich wo wie stark anreichert, ist alles noch unklar.
Nach wie vor tendiere ich dazu, zu gehen. Details muss ich mir noch überlegen.
Oh Mann...
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Donnerstag, 24. März 2011
Freitag, 11. März 2011
Erdbeben in Japan
Liebe Freunde,
heute morgen hat ein zweites, schweres Erdbeben Japan erschüttert. Nachdem das Beben der Stärke 8,8 (!!) im Pazifik, etwa 240 km nordöstlich von Tokio losging, traf kurz darauf ein 4 Meter hoher Tsunami die Ostküste. Die Nachbeben dauern an, hunderte Menschen sind angeblich verletzt worden im Norden, in Tokio brennt ein Stahlwerk, in Yokohama steigen Rauchsäulen auf...
Gerade am Dienstag gab es ein Beben der Stärke 7,6, das allerdings weitgehend folgenlos blieb.
Ich habe gerade versucht, meine japanischen Kollegen zu erreichen, die auf der ITB in Berlin sind. Nachher versuche ich das nochmal. Ja, ich weiss, im Büro sollte man nicht bloggen, aber ich muss das gerade loswerden.
Heute wollte ich eigentlich direkt eine Buchungsanfrage losschicken, aber ich warte jetzt erst einmal ab, was ich aus Tokio höre. Der Kundin habe ich gerade geschrieben, dass wir so schnell wie möglich weiterarbeiten, aber ich erst auf Rückmeldungen aus Tokio warten möchte. Womöglich sind Freunde, Verwandte oder unsere Kollegen in Tokio ja selbst betroffen, vielleicht sind die Gebäude (noch) evakuiert, wer weiss...
Ich brauche wohl noch eine Weile, um mich zu sortieren. So direkt war ich bisher noch nicht betroffen. Naja, was heisst direkt... ist ja immer noch relativ weit weg. Aber mittlerweile kenne ich eben doch den einen oder die andere Person in Japan, und wenn es "nur" über die Arbeit ist.
Hoffen wir einfach, dass es nicht noch schlimmer kommt, die Tsunami-Warnung ist noch nicht aufgehoben!
heute morgen hat ein zweites, schweres Erdbeben Japan erschüttert. Nachdem das Beben der Stärke 8,8 (!!) im Pazifik, etwa 240 km nordöstlich von Tokio losging, traf kurz darauf ein 4 Meter hoher Tsunami die Ostküste. Die Nachbeben dauern an, hunderte Menschen sind angeblich verletzt worden im Norden, in Tokio brennt ein Stahlwerk, in Yokohama steigen Rauchsäulen auf...
Gerade am Dienstag gab es ein Beben der Stärke 7,6, das allerdings weitgehend folgenlos blieb.
Ich habe gerade versucht, meine japanischen Kollegen zu erreichen, die auf der ITB in Berlin sind. Nachher versuche ich das nochmal. Ja, ich weiss, im Büro sollte man nicht bloggen, aber ich muss das gerade loswerden.
Heute wollte ich eigentlich direkt eine Buchungsanfrage losschicken, aber ich warte jetzt erst einmal ab, was ich aus Tokio höre. Der Kundin habe ich gerade geschrieben, dass wir so schnell wie möglich weiterarbeiten, aber ich erst auf Rückmeldungen aus Tokio warten möchte. Womöglich sind Freunde, Verwandte oder unsere Kollegen in Tokio ja selbst betroffen, vielleicht sind die Gebäude (noch) evakuiert, wer weiss...
Ich brauche wohl noch eine Weile, um mich zu sortieren. So direkt war ich bisher noch nicht betroffen. Naja, was heisst direkt... ist ja immer noch relativ weit weg. Aber mittlerweile kenne ich eben doch den einen oder die andere Person in Japan, und wenn es "nur" über die Arbeit ist.
Hoffen wir einfach, dass es nicht noch schlimmer kommt, die Tsunami-Warnung ist noch nicht aufgehoben!
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Dienstag, 14. Dezember 2010
Neuigkeiten...
Liebe Freunde,
es ist mal wieder still geworden um mein kleines Blog. Aber dafür gibt es nachvollziehbare Gründe, ich hatte in den letzten Tagen eine wichtige Entscheidung zu treffen.
Letzte Woche erreichte mich ein Brief aus Tokio mit der Nachricht, dass ich ab 1. Juni 2011 ein neunmonatiges Stipendium würde antreten können. Die Institution, die mir das Stipendium gibt, ist das Deutsche Institut für Japanstudien (DIJ), direkt in Tokio. Das ist für meine Dissertation eine Supergelegenheit, die ich eigentlich nicht ungenutzt verstreichen lassen kann.
Eigentlich.
Denn andererseits habe ich letzten Dienstag, mit der Karton-Sammlung, meine letzten Überbleibsel aus meiner Umzugsphase entsorgt und hatte schon den Bescheid zum nächsten Umzug in der Tasche.
Nachdem ich mit in den letzten zwei Jahren mit der Stadt Zürich merkwürdig schwer getan habe, ohne, dass ich hätte sagen können, was dieses Gefühl auslöst, komme ich hier endlich langsam an. Meine kleine Wohnung ist fertig eingerichtet, bis auf ein paar Kleinigkeiten, und ich habe mein erstes, eigenes, von mir für mich geschaffene Zuhause.
Aus jetziger Perspektive lohnt sich nicht einmal mehr die Anschaffung von Vorratsdosen für Kaffee, Mehl und Zucker mehr.
Andererseits... Tokio... das helle Zentrum des Universums. Definitiv. Wie lange habe ich seit 2007, als ich nach dem ersten Auslandsjahr wieder heimkam, davon geträumt, wieder hingehen zu können? Wie wichtig diese Zeit für meine Dissertation ist, kann ich garnicht überbetonen. Und auch für die Sprachfertigkeit ist es ein wichtiger Schritt.
Ich kann die Wohnung zwischenvermieten, die Förderung durch den Schweizer Nationalfonds kann ich annehmen, falls sie bewilligt wird. Also stehen dem Projekt keine wesentlichen Gründe entgegen, außer meinen gemischten Gefühlen.
Allerdings hoffe ich, dass es das wert ist, mir jetzt Gewalt anzutun, damit ich mich kommenden Sommer freuen kann. Wichtig ist nur, dass ich bis dahin noch lange genug hier bin, dass ich nach den neun Monaten, Ende März 2012, das Gefühl habe, zurück zu kommen... Damit man zurückgehen kann, muss es ein Zentrum geben, von dem man ausgeht.
Mit einigen von euch habe ich ja noch letzte Woche gesprochen, und ich möchte mich für euer Verständnis und eure Ratschläge bedanken. Ich habe mich noch nie so wenig über eine an sich wunderbare Nachricht freuen können wie dieses Mal.
Es ist erstaunlich, was eine gute Nachricht zum falschen Zeitpunkt für eine merkwürdige Sache sein kann.
In jedem Fall mache ich diese Woche noch alle Papiere fertig und schicke das alles nach Japan. Dann ist das alles geklärt und ich muss mich "nur noch" um meine Wohnung, die Jobs und zwei weitere Bewerbungen Anfang 2011 kümmern, damit hier alles in trockenen Tüchern ist.
Ach ja: Von euch kennt nicht zufällig jemand jemanden in der Schweiz, der einen Dachboden oderK eller hat, auf dem ich 15 Umzugskartons Besitz unterstellen kann...?
es ist mal wieder still geworden um mein kleines Blog. Aber dafür gibt es nachvollziehbare Gründe, ich hatte in den letzten Tagen eine wichtige Entscheidung zu treffen.
Letzte Woche erreichte mich ein Brief aus Tokio mit der Nachricht, dass ich ab 1. Juni 2011 ein neunmonatiges Stipendium würde antreten können. Die Institution, die mir das Stipendium gibt, ist das Deutsche Institut für Japanstudien (DIJ), direkt in Tokio. Das ist für meine Dissertation eine Supergelegenheit, die ich eigentlich nicht ungenutzt verstreichen lassen kann.
Eigentlich.
Denn andererseits habe ich letzten Dienstag, mit der Karton-Sammlung, meine letzten Überbleibsel aus meiner Umzugsphase entsorgt und hatte schon den Bescheid zum nächsten Umzug in der Tasche.
Nachdem ich mit in den letzten zwei Jahren mit der Stadt Zürich merkwürdig schwer getan habe, ohne, dass ich hätte sagen können, was dieses Gefühl auslöst, komme ich hier endlich langsam an. Meine kleine Wohnung ist fertig eingerichtet, bis auf ein paar Kleinigkeiten, und ich habe mein erstes, eigenes, von mir für mich geschaffene Zuhause.
Aus jetziger Perspektive lohnt sich nicht einmal mehr die Anschaffung von Vorratsdosen für Kaffee, Mehl und Zucker mehr.
Andererseits... Tokio... das helle Zentrum des Universums. Definitiv. Wie lange habe ich seit 2007, als ich nach dem ersten Auslandsjahr wieder heimkam, davon geträumt, wieder hingehen zu können? Wie wichtig diese Zeit für meine Dissertation ist, kann ich garnicht überbetonen. Und auch für die Sprachfertigkeit ist es ein wichtiger Schritt.
Ich kann die Wohnung zwischenvermieten, die Förderung durch den Schweizer Nationalfonds kann ich annehmen, falls sie bewilligt wird. Also stehen dem Projekt keine wesentlichen Gründe entgegen, außer meinen gemischten Gefühlen.
Allerdings hoffe ich, dass es das wert ist, mir jetzt Gewalt anzutun, damit ich mich kommenden Sommer freuen kann. Wichtig ist nur, dass ich bis dahin noch lange genug hier bin, dass ich nach den neun Monaten, Ende März 2012, das Gefühl habe, zurück zu kommen... Damit man zurückgehen kann, muss es ein Zentrum geben, von dem man ausgeht.
Mit einigen von euch habe ich ja noch letzte Woche gesprochen, und ich möchte mich für euer Verständnis und eure Ratschläge bedanken. Ich habe mich noch nie so wenig über eine an sich wunderbare Nachricht freuen können wie dieses Mal.
Es ist erstaunlich, was eine gute Nachricht zum falschen Zeitpunkt für eine merkwürdige Sache sein kann.
In jedem Fall mache ich diese Woche noch alle Papiere fertig und schicke das alles nach Japan. Dann ist das alles geklärt und ich muss mich "nur noch" um meine Wohnung, die Jobs und zwei weitere Bewerbungen Anfang 2011 kümmern, damit hier alles in trockenen Tüchern ist.
Ach ja: Von euch kennt nicht zufällig jemand jemanden in der Schweiz, der einen Dachboden oderK eller hat, auf dem ich 15 Umzugskartons Besitz unterstellen kann...?
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