Dienstag, 14. Dezember 2010

Neuigkeiten...

Liebe Freunde,

es ist mal wieder still geworden um mein kleines Blog. Aber dafür gibt es nachvollziehbare Gründe, ich hatte in den letzten Tagen eine wichtige Entscheidung zu treffen.

Letzte Woche erreichte mich ein Brief aus Tokio mit der Nachricht, dass ich ab 1. Juni 2011 ein neunmonatiges Stipendium würde antreten können. Die Institution, die mir das Stipendium gibt, ist das Deutsche Institut für Japanstudien (DIJ), direkt in Tokio. Das ist für meine Dissertation eine Supergelegenheit, die ich eigentlich nicht ungenutzt verstreichen lassen kann.

Eigentlich.

Denn andererseits habe ich letzten Dienstag, mit der Karton-Sammlung, meine letzten Überbleibsel aus meiner Umzugsphase entsorgt und hatte schon den Bescheid zum nächsten Umzug in der Tasche.

Nachdem ich mit in den letzten zwei Jahren mit der Stadt Zürich merkwürdig schwer getan habe, ohne, dass ich hätte sagen können, was dieses Gefühl auslöst, komme ich hier endlich langsam an. Meine kleine Wohnung ist fertig eingerichtet, bis auf ein paar Kleinigkeiten, und ich habe mein erstes, eigenes, von mir für mich geschaffene Zuhause.

Aus jetziger Perspektive lohnt sich nicht einmal mehr die Anschaffung von Vorratsdosen für Kaffee, Mehl und Zucker mehr.

Andererseits... Tokio... das helle Zentrum des Universums. Definitiv. Wie lange habe ich seit 2007, als ich nach dem ersten Auslandsjahr wieder heimkam, davon geträumt, wieder hingehen zu können? Wie wichtig diese Zeit für meine Dissertation ist, kann ich garnicht überbetonen. Und auch für die Sprachfertigkeit ist es ein wichtiger Schritt.

Ich kann die Wohnung zwischenvermieten, die Förderung durch den Schweizer Nationalfonds kann ich annehmen, falls sie bewilligt wird. Also stehen dem Projekt keine wesentlichen Gründe entgegen, außer meinen gemischten Gefühlen.

Allerdings hoffe ich, dass es das wert ist, mir jetzt Gewalt anzutun, damit ich mich kommenden Sommer freuen kann. Wichtig ist nur, dass ich bis dahin noch lange genug hier bin, dass ich nach den neun Monaten, Ende März 2012, das Gefühl habe, zurück zu kommen... Damit man zurückgehen kann, muss es ein Zentrum geben, von dem man ausgeht.

Mit einigen von euch habe ich ja noch letzte Woche gesprochen, und ich möchte mich für euer Verständnis und eure Ratschläge bedanken. Ich habe mich noch nie so wenig über eine an sich wunderbare Nachricht freuen können wie dieses Mal.

Es ist erstaunlich, was eine gute Nachricht zum falschen Zeitpunkt für eine merkwürdige Sache sein kann.

In jedem Fall mache ich diese Woche noch alle Papiere fertig und schicke das alles nach Japan. Dann ist das alles geklärt und ich muss mich "nur noch" um meine Wohnung, die Jobs und zwei weitere Bewerbungen Anfang 2011 kümmern, damit hier alles in trockenen Tüchern ist.

Ach ja: Von euch kennt nicht zufällig jemand jemanden in der Schweiz, der einen Dachboden oderK eller hat, auf dem ich 15 Umzugskartons Besitz unterstellen kann...?

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