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Dienstag, 25. Januar 2011

Ein kleines Update

Liebe Freunde,

es ist mal wieder eine ziemlich lange Phase nichts neues hier passiert. Das lag mal wieder daran, dass es einfach zuviel zu erledigen gab, um hier noch Schritt halten zu können. Der Jahreswechsel war ja noch recht gelungen, auch wenn ich gerne weniger krank gewesen wäre über die Feiertage. Aber, wie ein Freund von mir neulich sagte: Einen schlechten Tag hast du dann, wenn du von nem Auto angefahren wirst.

Da hat er Recht, so schlimm war es lange noch nicht und, ehrlich gesagt, war ich auch ziemlich produktiv in den letzten Wochen. Nicht nur haben wir gemeinsam eine internationale Konferenz mit über 50 beteiligten Personen gewuppt, die immerhin vier Tage gedauert hat.

Mehr noch: Letztes Wochenende haben wir einen Teil der Wohnung in Griesheim ausgeräumt. Mein altes Zimmer ist jetzt komplett leer, das frühere Mädchenzimmer ist fast leer und auch im Wohnzimmer klafft jetzt eine Lücke, wo vorher das Sofa stand. Die Küche ist komplett abgebaut, bis auf die kleine weiße Kommode und den Küchentisch ist nichts mehr da...

Nach über 25 Jahren endet also eine Ära. Ich weiß, das sage ich schon seit mindestens einem halben Jahr, seit ich das erste Mal nach Zürich gekommen bin. Und in der Tat, der Abschied zieht sich in die Länge. Aber es wird immer konkreter. In zwei Wochen zieht Papa endgültig um, dann gehen die letzten Sachen in seine neue Wohnung.

Auch das Wohnzimmer sieht mittlerweile ziemlich leer aus und verlassen. Es ist einfach nicht mehr dasselbe, wenn bestimmte Dinge nicht (mehr) da sind. Ein Bild abhängen oder ein Bücherregal, das ist das eine. Aber so zentrale Dinge wie ein Schrank, ein Sofa, ein Bett, das zeigt an, dass sich etwas unwiderruflich verändert.

Lasst euch von dem Durcheinander nicht täuschen, das wirkt nur so chaotisch. Das hat alles seine eigene Ordnung und man findet (noch) alles wieder, wenn man beim Ausräumen beteiligt war.

Das deprimierendste Bild habe ich mir für den Schluss aufgehoben. Dazu kann ich eigentlich nicht viel sagen, das Bild selbst bringt es einfach auf den Punkt. So endet alles, was bisher mein Zuhause war. Meine Kindheit und Jugend habe ich in diesem Zimmer verbracht und mich dort immer Zuhause gefühlt. Dort war ich immer sicher und gut aufgehoben. Und alles, was zum Abschied bleibt, ist das leere, chaotische Nichts. Das, was das Gefühl von "Zuhause" ausmacht, kann man eben nicht mitnehmen... ob auch eine solche Veränderung als eine Art des Sterbens betrachtet werden kann, ohne, dass es geschmacklos ist?

Dienstag, 2. November 2010

Angekommen!

Hi Leute!

Ich schreibe aus meiner neuen Wohnung in Zürich-Oerlikon.

Jetzt wohne ich zwei S-Bahn-Stationen und zehn Minuten Busfahrt weg vom Hauptbahnhof und habe einen tollen Ausblick auf die Berge und Wälder vor Zürich. Meine Wohnung ist etwa 30m² groß und war bereits mit allem ausgestattet, was das Herz begehrt: Spülmaschine, Herd und Ofen, Kühlschrank mit Gefrierfach, gefliestes Bad, Waschmaschine und Trockenraum zur Gemeinschaftsnutzung im Keller.

Sogar Möbel waren schon drin: Ein Schreibtisch, ein Stuhl, zwei Bücherregale, ein großer Kleiderschrank und natürlich die Schränke in der Küche. Total geil!

Die ersten Bilder in meinem (noch) etwas chaotischen Zimmer sind schon am letzten Wochenende entstanden, aber ich sortiere das alles noch aus.

Die Fahrt hierher verlief ziemlich gut, auch wenn uns ein... ziemlich ambitionierter Zöllner an der Grenze beinahe wieder heimgeschickt hätte. Zollabfertigungen für Umzüge werden eigentlich nur unter der Woche gemacht und ich hatte es, natürlich, versäumt, mir für meine Habseligkeiten entsprechende Papiere zu besorgen.

Andererseits: Für einen Haufen Bücher, Klamotten und ein bisschen Hausrat gleich ein komplettes Zollpapier zu machen ist doch auch irgendwie unverhältnismäßig, oder?

In jedem Fall wurden wir dann durchgelassen, mit dem eindringlichen Hinweis, auf JEDEN FALL Anfang dieser Woche das Zollamt in Rheinfelden (unser Grenzübergang) anzurufen und entsprechend dort nachzufragen, was jetzt zu geschehen habe.

Als ich dann dort anrief fragte mich eine ziemlich gelassene Sachbearbeiterin, wie umfangreich der Umzug denn gewesen sei. Auf meine Aussage, es seien etwa 12 bis 13 Kisten gewesen, ohne Möbel, fragte sie, ob noch ein Auto dazukäme. Natürlich nicht, ich habe ja keins. Also meinte sie, wirklich sehr gelassen: "Also, wenn es Ihnen recht ist, würden wir es dabei belassen... es ist ja kein großer Umzug." Dreimal dürft ihr raten, wie recht mir das war... ;)

In jedem Fall ist alles gut gelaufen. Mein Internet-Provider ist auch zuverlässig genug, um seine Pakete rechtzeitig zu liefern, so dass ich seit gestern abend wieder online gehen kann. Ein Glück, ohne Mailzugang ist das alles ziemlich anstrengend, vor allem, weil ich ja auch keinen Telefonanschluss habe. Werde ich mir vermutlich auch nicht zulegen, ein Handy brauche ich so oder so, warum also noch einen Festnetzanschluss zusätzlich bezahlen?

So, heute werde ich nach der Arbeit noch meinen Post-Nachsendeantrag stellen und ein paar Dinge besorgen. Klopapier, Seife, Putzmittel, solche Dinge. Haben wir vergessen mitzunehmen... genauso wie meine Winterjacke. Autsch, das könnte Anfang November doch eine ziemlich folgenschwere Sache werden.

Naja, ich habe bereits eine E-Mail an Papa geschickt, Kartons haben wir ja mittlerweile genug, da sollte das erste Care-Paket mit Winter-Artikeln doch schnell gepackt sein, oder?

Weitere Beiträge (zu meinem ersten Tag im Reisebüro zum Beispiel) kommen bald!!

Vielen Dank an meine Freunde und Unterstützer da draußen, in Deutschland und der Schweiz! Ohne euch hätte ich den Absprung nicht geschafft!

Dienstag, 12. Oktober 2010

Zum ersten Mal seit langer Zeit...

Mea culpa!! Ich habe schon eine Ewigkeit nichts mehr von mir hören lassen. Aber hier war auch was los!

Kurzes Update:

- Ich habe eine neue Wohnung ab dem 1. November
- Ich habe einen Job an der Uni (40 Prozent)
- Ich habe einen Job in einem japanischen Reisebüro (60 Prozent)

Ok. Jetzt die Details.

Ich habe ja seit dem 1. August den Job des IT-Verantwortlichen am Universitären Forschungsschwerpunkt Asien und Europa. Dort bin ich zuständig für die Maschinenparkwartung (Softwareupdates, funktionierende Drucker und Internetzugänge,.....) sowie die Aktualisierung der Homepage.

Als ich dort angefangen habe, hatte ich nur eine 20-Prozent-Stelle. Also einen Tag in der Woche. Mein Tag war damals immer der Mittwoch, und eines Tages kommt die Verwaltungsassistentin des UFSP, Olga Rix, zweite von oben, mit einem Mann in mein Büro. Der sagte mir dann, dass er nach seinem Doktorat eine Stelle an der Universität Istanbul bekommen hat... und jetzt seine Wohnung frei wird!

Die Wohnung ist in der Birchstrasse in Oerlikon und gehört der Habitat 8000 AG, einer Wohngenossenschaft. So sieht es da aus:
Größere Kartenansicht

Ihr könnt mit den Pfeilen und Optionen in der Kartenansicht spielen und euch ein genaueres Bild der Umgebung verschaffen. Probierts ruhig mal aus!

Diese Wohnungen sind extrem schwer zu bekommen, weil einerseits die Mietkonditionen gut sind und die Wohnungen meistens sehr gut ausgestattet sind. Ich habe Geschichten von Leuten gehört, die jahrelang auf Wartelisten gestanden haben, um eine solche Wohnung zu erhalten.

Erschwert wird die Wohnungssuche dadurch, dass es in der Schweiz pro Jahr nur zwei gesetzliche Auszugstermine gibt, an denen man ohne einen Nachmieter zu präsentieren überhaupt aus seinem Mietvertrag herauskommt, nämlich der 1. April und der 1. Oktober. Wie ihr in dem verlinkten Artikel lesen könnt, geht das einigen Leuten ziemlich auf den Keks, ist aber nicht zu ändern.

Wir hatten also Glück: Sevket, mein Vormieter, wollte zum 1. November (einen Monat nach dem eigentlichen "Zügeltermin", raus, ich brauchte dringend eine Bleibe zum 1. November! Dadurch, dass er mich also der Genossenschaft direkt als Nachmieter vorschlagen konnte, hatter er die Chance, außervertraglich zu kündigen und ich hatte das Glück, als einziger Aspirant ohne Wartelisten-Konkurrenz quasi inthronisiert zu werden. Je weniger Arbeit die Genossenschaft nämlich mit der Suche eines Nachmieters hat, desto besser... Das ist auch der Grund dafür, dass die meisten Genossenschaftswohnungen unter der Hand weggehen und entsprechend die Wartelisten so lang sind.

Die Genossenschaft hat fast drei Wochen gebraucht, bis die Entscheidung endgültig für mich gefallen war, aber letzten Freitag habe ich den von mir unterschriebenen Mietvertrag der Genossenschaft geschickt und muss jetzt nur noch in der kommenden Woche die Kaution und die Miete einzahlen, dann ist alles perfekt.

Damit es hier nicht zu lang wird, kommen die Artikel zu den anderen tollen Entwicklungen in den nächsten Tagen :)